Freilichtmuseum Maria Saal
Es ist ein besonderes Gefühl, einem Gebäude nach Jahrzehnten wieder zu begegnen. Ein Haus, das man noch aus der Kindheit kennt, das einst „auf da Sunnseit’n“ stand, dessen Geruch, Umgebung und das Leben rundherum tief in der Erinnerung verankert sind. Und plötzlich steht man wieder davor – nicht mehr an seinem ursprünglichen Platz, sondern im Freilichtmuseum Maria Saal. Kaum irgendwo werden Bewahren und Vergänglichkeit so unmittelbar spürbar.

Das Freilichtmuseum östlich des Zollfeldes besuchten wir bereits in den 1970er-Jahren mit der Schulklasse. Es zählt nicht nur zu den bedeutendsten Freilichtmuseen Österreichs, sondern ist zugleich das älteste seiner Art im Land. Mit dem Betreten des weitläufigen Geländes beginnt eine Reise durch sechs Jahrhunderte Kärntner Bauern-, Handwerks- und Wirtschaftsgeschichte.
Historische Bauernhäuser und Gehöfte, liebevoll angelegte Kräuter- und Bauerngärten, Bienen- und Dörrhütten, alte Backöfen sowie Rad-, Säge- und Flodermühlen fügen sich zu einem kompakten, dorfähnlichen Ensemble zusammen. Derzeit umfasst das Museum 36 originale Objekte aus verschiedenen Regionen Kärntens.

Sechs Jahrhunderte mögen nach einer kaum vorstellbaren Zeitspanne klingen. Doch beim Gang durch die alten Stuben und Wirtschaftsräume scheint die Vergangenheit erstaunlich nah. Der Duft jahrhundertealter Holzbalken, die Spuren des täglichen Lebens auf Werkzeugen und Möbeln sowie die authentische Atmosphäre der Gebäude lassen die Geschichte auf eindrucksvolle Weise lebendig werden.

































